25.09.2020 12:38 | Vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Lokomotive Leipzig

Wir wissen, was auf uns zukommt

Vor dem dritten Spiel der „Englischen Woche“ beim 1. FC Lokomotive Leipzig steht hinter dem Einsatz von Nils Stettin ein großes Fragezeichen und auch Rico Gladrow wird mit einer Muskelverhärtung weiterhin fehlen. Wie Cheftrainer Dirk Lottner die Partie in „Probstheida“ angehen möchte, versuchten ihm die Journalisten auf der Pressekonferenz vor dem Spiel zu entlocken.

„Bei Nils ist es so, dass der Knöchel untersucht wurde und nichts kaputt ist. Er ist aber noch geschwollen und da müssen wir nun von Tag zu Tag schauen, ob die Schwellung abklingt und es einen Einsatz zulässt. Er ist eine Option, aber es ist nicht sicher, dass er auflaufen kann. Bei den Gedanken nach Alternativen, da bin ich jetzt mittendrin. Ich werde natürlich einen Teufel tun und das heute hier schon bekanntgeben. Klar, wir werden uns Gedanken machen müssen, wenn wir im System bleiben wollen oder aber auch, die eine oder andere taktische Veränderung vornehmen“, sagte Lottner zu Beginn.

„Es ist immer die Kunst, das gerade bei einer 3:0-Führung ruhig zu Ende zu spielen, ohne dabei nachlässig zu werden. Das ist immer wieder ein schmaler Grat. Zunächst sollten wir aber mal froh und glücklich darüber sein, dass die Tugenden, die wir grundsätzlich an den Tag legen wollen, auch so in den ersten zwei Spielen umgesetzt wurden. Ich denke, mit jedem Sieg wird auch die Sicherheit in der Mannschaft größer und das Vertrauen die Dinge auch fußballerisch zu lösen besser. Das wird eine Entwicklung sein, dass wir die fußballerischen Komponenten „Peu a peu“ weiterentwickeln. Dann sollten wir irgendwann auch in der Lage sein, solche Spiele wie am Mittwoch, wenn du mal 3:0 führst, souveräner zu Ende zu spielen. Wir haben jetzt andere Ansätze gewählt und von daher bin ich jetzt auch nicht unzufrieden damit, was ich am Mittwoch gesehen habe“, blickt der Cheftrainer auf das Heimspiel gegen Fürstenwalde zurück und ergänzte: „Kämpferisch, läuferisch und taktisch hat die Mannschaft in den zwei Spielen bisher alles 1:1 umgesetzt und dabei gut verteidigt. Auch als Mannschaft - nicht jeder Einzelne für sich, sondern wirklich als Mannschaft. Es waren zwei unterschiedliche Spiele mit zwei unterschiedlichen Herangehensweisen. Da bin ich sehr zufrieden, wie die taktischen Vorgaben aus dem Trainerteam umgesetzt wurden.“

Axel Borgmann zeigte sich optimistisch und motiviert: „Es ist klar, dass uns die zwei Siege gut getan haben. Es ist aber auch klar, dass das Halberstadt-Spiel für uns ein Rückschlag war, weil wir nach dem Sieg in Auerbach gedacht haben, dass wir jetzt durchstarten können und eine Serie beginnen. Das ist uns nicht gelungen, aber wir sind jetzt mit zwei Siegen zurückgekommen. Da wollen wir anknüpfen und daran arbeiten, dass wir alles, was wir gut gemacht haben, so gut weitermachen und das, was wir verbessern können, jetzt auch verbessern. Das ist ein Prozess. Ich denke, es ist auch einfach gut für uns Spieler, dass wir direkt in paar Tagen wieder spielen und nicht lange Pause haben, weil wir einfach Bock haben Spiele zu gewinnen.“

„Die Mannschaft von Lok Leipzig kann man nicht mehr vergleichen mit der von der vergangenen Saison. Sie haben einen Umbruch, einen neuen Trainer und ich glaube 20 Abgänge und 16 Neuzugänge im Team. Die jetzt da sind, da sehe ich viel Erfahrung und Präsenz auf dem Platz. Und da gehört es jetzt dazu auf dem Platz die richtigen Antworten zu geben. Ich weiß auch, dass bei Lok immer ein körperbetontes Spiel stattgefunden hat. Da geht es darum gegenzuhalten, die Zweikämpfe anzunehmen bzw. selber zu suchen. Wir müssen wieder an die Grenzen gehen, um dort bestehen zu können. Sie sind relativ heimstark und haben erst zwei Gegentore zu Hause bekommen. Wir wissen, was auf uns zukommt“, charakterisierte der Coach den kommenden Gegner.

„Dass man nach so einem Spiel wie am Mittwoch müde ist, ist glaube ich ganz normal. Wir haben drei Tage Zeit und werden das richtig angehen, um am Sonntag wieder fit zu sein. Ich denke in der Art, wie das Spiel am Mittwoch in der zweiten Halbzeit gelaufen ist, da ist es schon klar, dass das auch kräftezehrend für uns war. Weil wir es nicht so hundertprozentig umgesetzt haben, um uns mit mehr Ballbesitz aktiv erholen zu können. Irgendwann spielt dann auch der Kopf mit, weil man das Spiel nicht mehr aus der Hand geben will. Da finde ich es gar nicht schlimm, dass man auch ein wenig die Müdigkeit gesehen hat. Dafür sind wir fit genug, dass wir uns in den drei Tagen wieder gut genug erholen“, reagierte Axel Borgmann auf die Nachfrage nach seinem persönlichen sowie dem Befinden des Teams.

Erneut kam die Nachfrage zu möglichen neuen Personalien für das Team: „Fragt Ihr das jetzt jeden Tag?“, scherzte Lottner und sagte abschließend: „Ich habe ja schon am Mittwoch nach dem Spiel gesagt, dass wir uns mit dem Markt und was sich dort tut, beschäftigen. Wir haben am Mittwoch auch gesehen, dass wir in Momenten, wo wir Ausfälle haben, diese schwer kompensieren können. Das hängt aber auch damit zusammen, dass vor der Saison eine andere Herangehensweise stattgefunden hat – in einem anderen Spielsystem spielen zu wollen. Jetzt kommt ein neuer Trainer, der gerne mit zwei Stürmern spielen will und dann brauchst du mindestens schon mal drei Leute und nicht nur zwei. Das ist die Problematik, die wir aktuell haben. Wir werden uns kommende Woche zusammensetzen, werden die Dinge und wie die Spiele gelaufen sind, analysieren und dann werden wir Entscheidungen treffen. Jetzt wollen wir erstmal Lok hinter uns bringen. Am liebsten erfolgreich, so wie die anderen beiden Spiele auch und dann können wir in Ruhe mal in eine normale Woche gehen und haben auch genug Zeit, um uns auszutauschen“